Kettenkreditverträge

Viele Banken werben um neue Kunden mit attraktiven Zinskonditionen bei Konsumentenkrediten. Teilweise geht es den Kunden dabei weniger um den Kreditzins, sondern mehr um die Höhe des Kredites oder um die zu einem späteren Zeitpunkt zu erfolgende Zins- und Tilgungszahlung. Diese Kredite wurden meist mit einer Bearbeitungsgebühr und einer Restschuldversicherung (RSV) ausgestattet. Dem Kunden blieb oft keine Wahl, denn das Kreditinstitut saß am längeren Hebel. Schließlich wollte der Kunde ja an seinen Kredit kommen und die Kreditinstitute haben den Abschluss einer Restschuldversicherung häufig als Bedingung der Kreditvergabe gestellt.

Bestehenden Kunden, die bereits Kredite laufen haben und eine neue Anschaffung machen wollen, oder aus sonstigen Gründen Geld benötigen, werden dann nicht selten sogenannte „Kettenkreditverträge“ angeboten. Das heißt, dass vor dem Auslaufen eines bereits bestehenden Kredites der ursprüngliche Kreditbetrag um eine weitere Summe aufgestockt wird und zu einem „neuen Kredit“ verpackt wird. Grundsätzlich kein Problem, sofern der Kreditvertrag verbraucherfreundlich und nicht sittenwidrig abgeschlossen wurde.

In aller Regel wurde die „neue Bearbeitungsgebühr“ dann auf den gesamten Kreditbetrag neu berechnet und nicht „nur“ auf den neuen Kredit. Gleiches gilt für die Restschuldversicherung. Auch hier wurde meistens eine neue Versicherung für den neuen Gesamtkreditbetrag abgeschlossen, die Kosten hierfür jedoch im Effektivzinssatz nicht berücksichtigt.

Gemäß aktueller Rechtsprechung steht dem Verbraucher nun sowohl die Bearbeitungsgebühr und die Kosten für die Restschuldversicherung zu als auch die Zinsen, die für diese Kosten über die Laufzeit berechnet wurden. Hier werden schnell mal mehrere tausende Euro fällig, die der Verbraucher an das Kreditinstitut bezahlt hat und darauf einen rechtlichen Anspruch darauf hat – und das ganz unabhängig davon, ob der Kredit noch läuft, bereits gekündigt wurde oder schon abbezahlt ist. Da am 31.12.2014 die Verjährungsfrist für viele Verträge abgelaufen ist, können noch Verträge ab 2012 für eine Rückforderung in Betracht kommen. Gleiches gilt für Verträge, die ab Ende 2002 geschlossen wurden, jedoch durch eine fehlerhafte Widerrufbelehrung seitens der Bank anfechtbar sind.

Der durchschnittliche Betrag (zu viel bezahlte Zinsen, Bearbeitungsgebühr und Restschuldversicherung), den Verbraucher mit Hilfe von Sachverständigen zurückholen können liegt bei bei über EUR 9,600.

Es ist also sinnvoll, Rat von einem Experten einzuholen.

Jetzt Sachverständigen einschalten!